Google 2019 - quo vadis - zwischen Wahrheit, Fake News und Zensur

Google 2019: zwischen Wahrheit, Fake News & Zensur

Google steht an einem Scheideweg. Die Suchmaschine ist global gesehen ein Fast-Monopolist. Charttechnisch mag die Aktie momentan vielleicht gerade ein Schnäppchen sein, aber der Gesetzgeber wird früher oder später gezwungen sein, die Macht der Datenkrake zu beschränken.

Alphabet-Aktien jetzt zum Schnäppchen­preis?

Beim Blick auf den Aktienkurs GOOG (stimmrechtslose C-Shares) oder GOOGL (stimmberechtigte A-Shares), – die B-Shares sind nicht börsennotiert – schaut es nicht gut aus. Das Wertpapier des Google-Mutterkonzerns ist nicht weit weg Jahrestief und hat im Jahr 2018 eine Performance von 0 bis 1 Prozent (Zeitpunkt 28.12.2018 vor Marktöffnung) hingelegt.

Optimisten sagen, dass die Aktie jetzt relativ günstig ist und der Zeitpunkt zum Einstieg ideal ist. Tatsache ist, dass die Haupteinnahmequelle immer noch Werbeanzeigen sind und Technologien wie selbstfahrende Autos Wetten auf die Zukunft sind. Google sorgt mit diversen Tricks dafür, dass User auf den eigenen Seiten bleiben und dort Umsätze generieren anstatt anderswohin zu surfen. Beispiele dafür sind:

Auch wenn hier nur Basisinformationen vermittelt werden, geht jedoch die Chance verloren, dem User Häppchen an weiteren Informationen zu servieren und schließlich doch irgendetwas zu verkaufen. Diese Möglichkeit nutzt Google jetzt für sich selbst.
Quellen:

Dragonfly: verlockender Ausflug ins Reich der Mitte

Ins Konzept der fortschreitenden Kommerzialisierung passt auch das Projekt Dragonfly, eine Suchmaschine speziell für Android-Browser, die den Anforderungen chinesischer Zensurbehörden entspricht, indem sie einerseits Suchanfragen zu Menschenrechten, Religion und Demokratie nicht zulässt und kritische Webseiten erst gar nicht in den Index aufnimmt. Voraussetzung für die Nutzung soll zudem die Verknüpfung der Suchmaschine mit einer Mobilfunknummer sein. Die Behörden der Volksrepublik können dann User mit besonders auffälligen Suchanfragen dann direkt kontaktieren. Das Vorgehen zeigt, dass Google den chinesischen Markt mit 730 Millionen potentiellen Nutzern nicht einfach links liegen lassen kann. Immerhin waren nicht alle Mitarbeiter einverstanden, so dass es spannend bleibt, wie es hier weiter geht.

Quellen:

Selbstzensur mittels Personalisierung der SERPs

Um immer besser passende Ergebnisse anzuzeigenen, schreitet die Personalisierung der SERPs voran. Google spielt die SERPs immer individueller aus, je nachdem mit welchem Gerät der User surft, von wo die Suchanfrage erfolgt und welche Suchen zuvor getätigt wurden. Klar, dass Google auch die politischen Präferenzen einschätzen kann und eine dazu passende Reihenfolge der Suchergebnisse anzeigen kann. Das führt dazu, dass wir Meinungen, die von der eigenen abweichen gar nicht mehr wahrnehmen.

Quellen:

Kann Google politisch neutral und objektiv sein?

Auch in demokratischen Ländern mit vermeintlicher Meinungsfreiheit bleibt die Frage, wie Google Fakten von Fake News trennt. Der Einfluss des Konzerns ist zu groß, um einfach davon auszugehen, dass die Anzeigen in den SERPs politisch neutral und objektiv seien. Was wäre das überhaupt? Immerhin hat Google den entsprechenden Verhaltenskodex der Europäischen Union unterzeichnet und weist seine Quality Rater darauf hin, dass „Expertise, Authoritativeness und Trustworthiness“ (Akronym E – A –T) einer Website zu überprüfen seien. Da die Bewertungen einer Website aber früher oder später dem mit Künstlicher Intelligenz arbeitenden Algorithmus anvertraut werden, bleibt es spannend, ob dieser in der Lage sein wird, den Wahrheitsgehalt von Nachrichten-, Satire- und Fake-Seiten auseinanderzuhalten. Für Google wird es essentiell, zwischen Wahrheit und Fake News zu unterscheiden und die Meinungsfreiheit nicht einzuschränken.

Quellen und weitere Informationen:

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